"Warum trat Tiemo Olesen überhaupt gegen Matz an?"

Veröffentlicht am 06.02.2018 in Pressemitteilungen

Auf dem Kreisparteitag anwesende Jusos.

Standpunkt der Jusos Flensburg zum SPD-Kreisparteitag vom 03. Februar 2018

Nach dem Kreisparteitag der SPD Flensburg am 3. Februar ging der SPD-Kreisvorsitzende Florian Matz ohne Listenplatz für die anstehende Kommunalwahl nach Hause. Auf der vom Kreisvorstand vorgeschlagenen Liste war Florian Matz für Platz 4 vorgesehen. Zuvor hatte er auf eine angekündigte Kandidatur um Listenplatz 2, mit dem Ziel Ratsfraktionsvorsitzender zu werden, gegen den bisherigen Amtsinhaber Helmut Trost verzichtet. Florian Matz begründete seinen Rückzug insbesondere mit der Spaltung der Partei bzgl. der parteiintern durchaus heftig diskutierten Groko-Frage. Er wolle die Partei zusammenhalten. 
Dem Kreisvorsitzenden der Jusos Flensburg, Tiemo Olesen, der auch Beisitzer im SPD-Kreisvorstand ist, wurde der Listenvorschlag am Dienstag bekannt; der SPD Kreisvorstand tagte und beriet planmäßig über den Listenvorschlag des Kreisvorsitzenden. Die erste Jungsozialistin, Lisa Vogel, wurde für Platz 5 vorgeschlagen. Direkt dahinter auf Platz 6: Tiemo Olesen. 
Bereits während der Kreisvorstandssitzung äußerte er bedenken über die Platzierung der jungen Kandidierenden. Mit den vorgeschlagenen Listenplätzen 5, 6, und 10, welche an Kandidierende Jusos gehen sollten, hätte man zwar 3 Jusos unter den ersten 10 Listenplätzen der SPD, was schon eine große Neuerung wäre. Abzüglich der voraussichtlich gewinnbaren Wahlkreis-Direktmandate wäre vielleicht jedoch kein Juso über die SPD-Liste im Fall der Fälle im Mai 2018 wirklich abgesichert und würde doch noch in die Ratsversammlung einziehen. Der SPD-Kreisvorstand teilte die Bedenken jedoch nicht. Da die Liste ansonsten keinen Anlass zur Kritik gab, stimmte Tiemo Olesen dem Listenvorschlag im SPD Kreisvorstand dennoch zu. Dort wurde er einstimmig bei einer Enthaltung angenommen und als Listenvorschlag des Kreisvorstandes dem Kreisparteitag vorgeschlagen. 

Nachdem Tiemo Olesen mit breiter Mehrheit zum SPD-Direktkandidaten im Wahlkreis 8 gewählt wurde, wiederholte er seine Bedenken bei der Listenwahl vor dem Parteitag und begründete damit seine Kandidatur um den Listenplatz 4. 

Verglichen mit anderen SPD-Kreisverbänden, schnitten die jungen Kandidierenden der Jusos im Kreisverband Flensburg laut Listenvorschlag nicht gut ab. „In Plön belegt die Juso-Kreisvorsitzende den Listenplatz 2. Die Kieler SPD geht auf Listenplatz 1 mit der Landesvorsitzenden der Jusos Schleswig-Holstein ins Rennen. In anderen Kreisverbänden sieht es ähnlich aus. In Flensburg ist Luft nach oben!“, begründet Tiemo Olesen. 

Kürzlich wurde viel über die „Erneuerung der SPD“ gesprochen und öffentlich diskutiert. Und ein Baustein, um die SPD zu „erneuern“ ist es eben auch, junge Menschen mit an das Steuerrad der Sozialdemokratie zu lassen. „Ich habe parteiintern nicht nur einmal deutlich gemacht, dass es dem Juso-Kreisverband Flensburg nicht darum geht, Alte und Erfahrene abzusägen und durch Jusos zu ersetzen. Unser Wunsch war schon immer gemeinsam mit der älteren Generation in unserer Partei Hand-in-Hand zusammenzuarbeiten.“ erklärte er. „Wir haben die frischen Ideen- die Erfahrenen wissen, wie man sie umsetzen kann!“, ergänzt Tiemo Olesen. 

Wer nun behauptet, die Jusos Flensburg haben einen Putschversuch unternommen und ihn letztlich auch gewonnen, der irrt. „Beim Kreisparteitag stellten wir Jusos lediglich ein Sechstel der stimmberechtigten Mitglieder. Ich habe dem Kreisparteitag meine Beweggründe mitgeteilt. Und er gab mir und damit der gesamten Jugendpartei der SPD Flensburg Recht“, sagt Tiemo Olesen. 

Wenn der Kreisvorsitzende der Jusos und der Kreisvorsitzende der SPD um denselben Listenplatz kandidieren, sprechen böse Zungen von einer „David gegen Goliath“-Aktion. Dass im Fall Olesen gegen Matz nun Olesen gewann, hat sicher nicht nur in der Parteierneuerung liegende Gründe. Zuletzt war Florian Matz parteiintern für verschiedenste Dinge immer mehr kritisiert worden. Was kritisiert wurde, bleibt parteiintern: „Ich halte nichts davon, parteiinternes in der Presse auszutragen.“, meint Tiemo Olesen. „Hätte ich aber ohne weitere Erklärung auf Listenplatz 4 gegen den SPD Vorsitzenden kandidiert, hätte ich die Wahl krachend verloren. Die Flensburger Sozialdemokraten wollten einen Juso fest in der Ratsfraktion wissen. Davon bin ich überzeugt!“ 
Dass Matz auch bei der Kandidatur um den Listenplatz 6 dem Herausforderer, Hans-Joachim „Jochen“ Haut unterlag, liegt in der Ausgewogenheit der Kandidaten, vermutet Tiemo Olesen: „Auf der einen Seite haben wir unseren SPD Vorsitzenden. Auf der anderen einen seit vielen Jahren hoch profilierten Bildungspolitiker. Dass das eine knappe Kiste wird, war mir sofort klar.“, ergänzt er.
Haut gewann mit 2 Stimmen Vorsprung Hauchdünn die Wahl gegen Matz. Nach der zweiten Niederlage wollte sich Matz keinem weiteren Wahlgang zur Verfügung stellen. 

Weitere Kandidaturen kommentiert Tiemo Olesen nicht: „Vom Listenvorschlag abweichend zu kandidieren, erfordert Mut. Einige, mich eingeschlossen, haben diesen Mut aufgebracht. Wer am Ende welchen Platz erhält, entscheidet der Parteitag und was die Mehrheit der Parteimitglieder entscheidet, muss man akzeptieren. Das ist Demokratie!“

Insgesamt geht die SPD jedoch nach Juso-Auffassung gestärkt aus dem Parteitag in die Kommunalwahl: „Wir haben 22 Wahlkreis- und 29 Listenkandidierende gewählt. Unsere Partei ist hoch motiviert!“, schließt Tiemo Olesen ab.

 
 

Moin Moin

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